04.07.2026
AUSSTELLUNG
FRITZ MARTINZ
WERKSCHAU 1949 – 2001
04. Juli – 29. August 2026
Eröffnung: 04. Juli 2026, 19:00 Uhr
Geöffnet freitags und samstags von 14 – 18 Uhr und nach Voranmeldung unter 0650/9241525
Eintritt frei!
Der österreichische Künstler Fritz Martinz (1924-2002) war eine zentrale Figur des Wiener Realismus und gehörte neben Alfred Hrdlicka, Rudolf Schönwald und Georg Eisler zur Gruppe der engagiert gesellschaftskritischen Realisten. Bedingt durch seine Vorliebe zur zeichnerisch-malerischen Tätigkeit, trat er im Jahr 1939 in die Kunstgewerbeschule Graz ein. 1943 wurde die Ausbildung durch die Einberufung zum Kriegsdienst unterbrochen. Nach entbehrungsreichen Kriegsjahren wandte er sich nach 1945 der gegenständlichen Malerei zu und ging 1947 an die Akademie der bildenden Künste ein Wien. 1960 trat Martinz mit seinem Werk an die Öffentlichkeit.
Auf dem Land aufgewachsen, entwickelte der Künstler schon früh eine enge Verbindung zur Natur und zur Tierwelt. Besonders das Pferd – ein seit Jahrtausenden in der Kunst präsentes Motiv – nimmt in Martinz’ Arbeiten, neben der menschlichen Figur, eine zentrale Rolle ein.
Durch seine intensiven künstlerischen wie gesellschaftlichen Erfahrungen, schien es ihm unbedingt notwendig, einer für die damalige Zeit neuen, realistischen Grammatik folgen zu müssen und entschied sich gegen die abstrakten Bildgestaltungen der «Phantasten». Durch das Studium der menschlichen Figur – des Kreatürlichen als solches – kam Martinz immer stärker zu seiner thematischen Bildsprache. Durch das Interesse an kontinuierlich realistischen Themen verbrachte Fritz Martinz auch Monate im Schlachthaus St. Marx. Das «Schlachthaus» wurde zum Zentralthema.
Martinz war Mitglied der Wiener Secession und bis zu seinem Tod Lehrbeauftragter an der Wiener Kunstschule. Innerhalb seines Schaffens hat er sich immerwährend für den Humanismus eingesetzt. Sein Werk ist geprägt durch gesellschaftskritische Inhalte und die Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz, durch Themen der Mythologie und der Geschichte, welche er in etlichen Studien, Zeichnungen, Zyklen, Bildern, Triptychen und Ikonen aufgearbeitet hat.

Fritz Martinz im Französischen Saal, Künstlerhaus, 1962, Foto 2 (c) by Helmut Baar, Dorothea Martinz
Ein Maler und Grafiker, der sich der krassen Wirklichkeit des eminent physischen Jahrhunderts voll in die Arme wirft – ein Mann, der seinem Instinkt folgt und sich nicht dem Willen des sogenannten Establishments unterwirft.
Alfred Hrdlicka (1928 – 2009)
In den 1960er und 1970er Jahren wurde Fritz Martinz in einem Atemzug mit Alfred Hrdlicka, Rudolf Schönwald und Georg Eisler genannt. Ab 1970 gesellte sich Adolf Frohner zu diesen vier als weiterer Repräsentant jenes Realismus, der mit jedem Gemälde, jeder Zeichnung und Skulptur engagiert und mit dem Herzen am linken Fleck die Ungerechtigkeit des Kapitalismus, die diesem System inhärente Ausbeutung der Unterprivilegierten, schlicht die Gewalt gegen die Schwachen anklagt.
Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina 1999 – 2024
Location/Venue:
Kulturinitiative Container25
Sandsteinweg 8
9411 St. Michael bei Wolfsberg
Kärnten/Koroška
(Vis-à-vis Golfplatz)

